Unsere ökonomische Lehre ist stark weggekommen von einer Sozialwissenschaft, die Institutionen zu verstehen versucht, die politische Lenkung von Märkten betrachtet und nach den Vorstellungen von gutem und gerechtem Wirtschaften fragt. Stattdessen hat sich eine rein mathematisch, analytische Theorie – man könnte fast sagen Naturwissenschaft – entwickelt, die in Modellen mit isolierten Märkten und monetär eigennützigen Individuen denkt. Also ein sehr eingeschränktes Bild von Ökonomie. Natürlich treibt ein Familienunternehmen die Aussicht auf Gewinne, aber längst nicht nur. Da geht es um Tradition, Verankerung in der Region, das Vertrauen der Mitarbeiter auf langfristige Beschäftigung. So eine Wirtschaftskultur in die ökonomische Lehre zu integrieren, das wurde lange Zeit vernachlässigt. Bernhard Emunds* 1962 am 26.04.2009 im Tagesspiegel